Generation Y: Arbeitsplatz-Design als Faktor bei der Arbeitsplatzwahl

Die Arbeitswelt ist im Umbruch, das ist klar. Welche weitreichenden Auswirkungen das hat, zeigt jetzt eine neue Studie zum Thema Arbeitsplatz-Design des Coworking-Anbieters Mindspace und Marktforscher OnePoll. Demnach würde ein Fünftel der Millennials einen Job ablehnen, wenn ihm das Bürodesign oder die Ausstattung nicht gefällt.

Die Studie passt ins Bild. Wenn ich heute Bewerbungsgespräche führe, dann möchte (gefühlt) ein Drittel der Kandidaten im Laufe des Bewerbungsgespräches auch einen Blick auf den zukünftigen Arbeitsplatz werfen – nicht nur bei Gesprächen in Coworking-Spaces, sondern auch in der cowork AG.

Arbeitgeber suchen nach Nachwuchs – der Nachwuchs will schöne Arbeitsplätze

Viele Branchen haben zurzeit ein und dasselbe Problem: Sie finden keinen talentierten Nachwuchs. Der Grund liegt auch im veränderten Arbeitsverständnis der nachkommenden Generation. Denn vielen Mitgliedern der Generation Y ist Gehalt und Ansehen eines Jobs bei Weitem nicht mehr das Wichtigste. Stattdessen steht die Möglichkeit, sich kreativ ausleben zu können, inspiriert zu arbeiten und sich wohl zu fühlen bei den Millennials ganz oben. Verwöhnt? Vielleicht – aber trotzdem im Recht. Denn die Studie zeigt die veränderte Auffassung eines angenehmen Arbeitsplatzes. So fühlt sich fast jeder Sechste der 18-34-Jährigen durch seine traditionelle Arbeitsumgebung gestresst, sogar jeder Vierte findet das Design, die Gestaltung und den Komfort seines Büros ermüdend. Bei den Befragten über 45 Jahren zeichnet sich allerdings ein anderes Bild ab. Diese finden ihre Arbeitsumgebung auch weiterhin inspirierend, jeder Vierte fühlt sich hier kreativ gefördert.

Arbeitsplatz-Design: Lautstärke, Umgebung, Gestaltung

Die Arbeitnehmer der Generation Y setzen bei ihrem Arbeitsplatz vor allem auf Ausgleich. So ist der Standort entscheidend, ebenso wie dessen Nähe zu Restaurants, Imbiss und Geschäften. Ebenso wichtig ist die positive Gestaltung der Büroräume mit natürlichem Licht, einer angenehmen Lautstärke und genügend Platz. Auch die Ausstattung und die damit einhergehende Flexibilität ist ausschlaggebend. So verfügen nur rund 30% der Befragten über einen Laptop, durch den das zeit- und ortsunabhängige Arbeiten möglich wäre. Zuletzt gibt knapp jeder Zehnte der Befragten an, das Design und die Gestaltung seines Büros würde nicht zum Austausch mit Kollegen und Teammitgliedern ermutigen. 

Markus Kurz, Geschäftsführer der phenobis GmbH und Experte für Arbeitsplatz-Design fasst es zusammen: „Wer nur lichtgraue Arbeitsumgebungen kennt, sucht  auch nichts anderes. Für die flexible Generation Y kann der lichtgraue Aktenschrank oder die LINNMON-Schreibtischplatte von IKEA schon ein Grund sein, einen Job gar nicht erst anzutreten.“ 

Coworking-Spaces als Chance

Nicht jedes Unternehmen hat die Chance, das Arbeitsplatz-Design für seine Mitarbeiter perfekt zu gestalten und nach deren Wünschen anzupassen. Eine Chance, neue Arbeitsumgebungen auszuprobieren, können natürlich Coworking-Spaces sein. Denn diese Arbeitsumgebungen sind mit ihrer weiträumigen und modernen Gestaltung dafür ausgelegt, Kreativität und Produktivität der Arbeitnehmer zu fördern. Ein weiterer Vorteil: Durch das Zusammenarbeiten von Mitarbeitern, Selbstständigen und Freelancern aus verschiedenen Bereichen, wird der Austausch gefördert und sorgt für mehr Inspiration am Arbeitsplatz.

Die Bildergalerie zeigt Arbeitsplätze in unterschiedlichen Coworking-Spaces in der Metropolregion München und in Erfurt. Beispiele für gutes und auch nicht so gutes Arbeitsplatz-Design.

Coworking-Spaces in diesem Artikel

alpen.work in Garmisch-Partenkirchen
Coworkerei in Gmund am Tegernsee
Krämerloft in Erfurt
SmartVillage in München

Tobias Kollewe
Tobias Kollewe ist Gründer und CEO der cowork_ag und Vorstandsmitglied im Bundesverband Coworking Deutschland.

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